Arzt sagt man hat nur ein Jahr zu überleben?
Täuschen Ärzte sich oft bei sowas?
( von meiner Freundin ihr Freund hat Krebs und da meinten die Ärzte das) kann es sein das sie daneben liegen ?
14 Antworten
Mir hat man sehr wenig Überlebenschancen eingeräumt, als ich zur OP in der Krebsabteilung war...mein Zustand war aber auch grenzwertig schlecht.
Und? ich lebe immer noch, habe 3 Jahre (von 7) schon hinter mir... in 4 Jahren gelte ich als krebsfrei.
Der Arzt nennt Erfahrungswerte. Aber wie der Patient individuell auf die Behandlung anspricht und auch mental kämpft, das kann man nicht vorhersagen!
Diese klischeehafte Aussage gibt es nur in Filmen. Kein seriöser Arzt wird einem Patienten mit einer wahrscheinlich tödlich endenden Erkrankung mitteilen, wie lange er noch zu leben habe.
Erstens sind solche Einschätzungen medizinisch kaum zu treffen - zumindest nicht über Monate oder Jahre und zweitens darf man einem Patienten niemals die letzte Hoffnung nehmen.
Natürlich macht man sich als behandelner Arzt meistens seine Gedanken, wie lange der Patient wohl noch lebt, aber die Erfahrung lehrt einen, dass man mit solchen Prognosen sehr oft vollkommen daneben liegt.
Ein Arzt wird niemals einem Patienten mitteilen, wie lange er noch zu leben hat. Man kann allerdings darauf hinweisen, daß es sich um eine ernste Erkrankung handelt etc. Die meisten Patienten merken selber, wie es um sie gestellt ist. Alle Fragen sollten beantwortet werden, aber mit Einfühlungsvermögen und Empathie. Das Überleben hängt von der Art des Tumors ab und vom Staging ( Größe, Stadium und ob der Tumor schon metastasiert hat - Fernmetastasen ). Leider gibt es maligne Tumore, die schon bei Diagnosestellung eine schlechte Prognose haben, z.b. ein Glioblastom oder ein Pankreaskarzinom. Die drei Säulen der Krebstherapie sind OP, Chemo - und Strahlentherapie. Ist ein bösartiger Tumor nicht mehr kurativ zu therapieren, ist die Palliativmedizin angezeigt. Man kann noch sehr viel für den Patienten tun. Alle Symptomatik, wie Schmerzen, Übelkeit, Atemnot, Ängste etc. sind durch die richtige Medikation zu beheben oder zumindest gut zu lindern. Eine psychoonkolgische Unterstützung ist sehr hilfreich. Dadurch gibt man den Patienten mehr Lebensqualität.https://ibb.co/PMTd67k
Eine Spontanheilung ist natürlich immer möglich, trotzdem sollte man dem ärztlichen Rat trauen und sein Lebensende planen.
Ob das oft vorkommt, weiß ich nicht, aber es kommt vor. Meinen Bruder hat es zwar krebstechnisch innerhalb von ein paar Monaten auseinandergehauen, womit er seine eigene Einschätzung als Arzt fast auf den Tag genau getroffen hat, aber ich hatte eine Bekannte, der die Ärzte maximal noch etwa ein halbes Jahr gegeben hatten und tatsächlich hat sie noch etliche Jahre gelebt. Allerdings hat sie dafür ihr Leben komplett umgekrempelt.