Warum plötzlich keine Tablette mehr.

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VERMUTLICH liegt es daran nicole, dass die dosiserhöhung unten beschriebenes ausgelöst hat ?


Der menschliche Körper ist sehr anpassungsfähig, so dass er sich während der Hypothyreose an die mangelnde Versorgung mit Schilddrüsenhormonen gewöhnt und sich darauf einstellt. Werden dann von außen plötzlich Schilddrüsenhormone zugeführt, kann es in dem Moment zu viel sein. Dann treten kurzzeitig Überfunktionssymptome wie Unruhe, Herzrasen, Schwitzen oder Durchfall auf obwohl eigentlich noch eine Unterfunktion besteht. Oft hilft es die aktuelle Schilddrüsenhormondosis vorrübergehend etwas (12,5 od. 25 µg) zu reduzieren. Einige Tage warten, bis die Überfunktionssymptome abgeklungen sind. Und dann in kleineren Schritten erneut langsam die Dosis erhöhen. Es ist ganz wichtig, dem Körper immer wieder ausreichend Zeit zu geben sich an die neue, höhere Dosis zu gewöhnen.

Leider ist es so dass eine Langzeiteinnahme von jodhaltigen Präparaten kontraproduktiv sein kann und durchaus auch eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse auslösen kann. War bei mir so. Später wurde mir von einem kompetenteren Arzt erklärt, dass es keinen Sinn mache, ein jodhaltiges Präparat länger als 2 Jahre einzunehmen und er diese Verordnung nicht nachvollziehen könne. Ich nahm die Jodtabletten weit mehr als 10 Jahre und zum Schluss noch Thyronajod, was in etwa Jodthyrox entspricht. Das hat mir sozusagen den Rest gegeben. Richtig gewesen wäre die Gabe von Schilddrüsenhormon ohne Jodzusatz (z. B. L-Thyroxin, etc.).

Ist bei Dir damals vor der ersten Einnahme und auch mal zwischendurch eine ordentliche Schilddrüsendiagnostik beim Endokrinologen vorgenommen worden? Damit meine ich den Nachweis eines Jodmangels und den Ausschluss einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse? Ich vermute nicht. Denn nur, wenn diese Untersuchungen gemacht wurden, keine Autoimmunerkrankung vorlag und der Jodmangel nachgewiesen wurde (per 24-Stunden-Urintest und Blutprobe), kann ein jodhaltiges Medikament verordnet werden. Alles andere ist lichtfertig und kann nach hinten losgehen. Ich kann Dir nur empfehlen, eine zweite Meinung bei einem Facharzt (Endokrinologe, NICHT Hausarzt) einzuholen, der dann die Diagnose noch einmal neu stellt.

Was ich vermute: Deine Symptome (Herzrhytmusstörungen, Schwindel, etc.) können die Auswirkung von zuviel Jod sein. Es kann sein, dass auch bei Dir eine Autoimmunerkrankung der SD durch das Jod ausgelöst wurde. Das würde erklären, warum Du die Tabletten erstmal komplett weglassen musst. Bei Deinem nächsten Besuch würde er Dir dann die Tabletten ohne Jod verordnen.

All das sind Schlussfolgerungen aufgrund meiner eigenen Erfahrungen. Es muss bei Dir nicht so sein, aber bei mir war das so und es ist naheliegend. Auf jeden Fall würde ich noch einen anderen Arzt konsultieren, denn mit dem bisherigen Arzt bist Du nicht gut gefahren.

Wenn Du auch Tipps von anderen Betroffenen bekommen möchtest, dann solltest Du Dir immer eine Kopie des Befundes aushändigen lassen. Ein gute Forum dafür ist http://www.ht-mb.de/forum/ .

Viele Grüße

Catlyn