MPFL Plastik / Trochleaplastik - tierische Angst

4 Antworten

Die Schmerzen nach einer Trochleaplastik kann man tatsächlich schlecht vorhersagen. Einige Patienten sind nach der OP schmerzfrei, andere haben mehr Schmerzen als vor dem Eingriff. Auch den Verlauf des Knorpelschadens kann man nicht immer vorhersehen. Es kann sein, dass durch die veränderte Biomechanik andere Teile belastet werden, die sich dann auch abnutzen. Eine Sicherheit, dass du kein künstliches Gelenk brauchen wirst, ist die Trochleaplastik nicht. Meistens kann man so einen Gelenkersatz aber rauszögern.

Die Stabilität der Kniescheibe hingegen ist zuverlässig verbessert. Bei normalen Aktivitäten (also ohne Trauma, z.B. Gegnerkontakt) renkt man sich eine Kniescheibe nach Trochleaplastik+MPFL kaum mehr aus.

Du solltest dich von einem Orthopäden beraten lassen, der oft Trochleaplastiken macht, z.B. 30 pro Jahr oder mehr. Nur jemand, der ständig instabile Kniescheiben sieht, kann dich da wirklich gut beraten. Zusätzlich zur Trochleadysplasie muss man auch die Rotation des Oberschenkellknochens beurteilen (femorale Anteversion) und die Beinachse sowie den Stand der Tuberositas (TTG, Patella alta etc.). Wenn man schon operiert, dann sollte man gleich alles auskorrigieren.

Wenn du dich in deiner Entscheidung nicht sicher fühlst, lässt du die OP nicht machen. Sie läuft dir nicht davon. Wenn du erst noch eine 9. Meinung willst oder eine 10. oder 11., dann ist das auch gut so.

Ich hatte eine MPFL Plastik vor 6 Jahren. Damals hatte sich der Operateur intraoperativ gegen die zusätzliche Trochleaplastik entschieden.

Mir ist mit 11 die Kniescheibe rausgesprungen und ab dann sehr oft, teils bei normalen alltäglichen Sachen wie in die Hocke gehen oder vom Stuhl aufstehen, die Kniescheibe ein Stück raus und von selbst wieder reingesprungen. Hatte mit 12 eine Arthroskopie an dem Knie, mit 15 ein Yamamoto-Naht, hatte nichts gebracht. Mit 18 dann die MPFL mit drei Wochen Reha und danach noch 6 Wochen Krankengymnastik am Gerät.

Leider hat es bei mir nicht 100%ig geholfen. Der Operateur hatte sich intraoperativ gegen die Trochleaplastik entschieden und ich denke, es wäre besser gewesen, die auch zu machen.

Aber: die OP hat geholfen. Mir ist in den 6 Jahren seit der OP die Kniescheibe 6 mal ein Stück raus und wieder reingesprungen, das war vorher teilweise pro Quartal. Von dem her ist es viel viel besser geworden.

Ich war vor der OP nicht sonderlich sportlich. Hab zwar Handball gespielt, aber im Tor und auch wirklich nur hobbymäßig. Ca ein halbes Jahr vor der OP bin ich ausgerutscht und mir ist die Knieschibe wieder raus- und reingesprungen, wo ich wochenlang keinen Sport machen konnte. Da hab ich dann aufgehört mit Handball, weil ja dann eh auch die OP anstand. Hab dann auch nicht wieder angefangen, weil ich lange sehr unisicher mit dem Knie war und mir dir Ausbildung auch nicht wirklich die Zeit gelassen hätte.

Ich bin jetzt OP-Pflegerin in einer orthopädischen Klinik, wo man viele MPFL macht. Ich hab dem Orthopäden dort schon mal meine Geschichte erzählt und er hat mir sogar empohlen, evtl sogar noch mal eine MPFL machen zu lassen.

Jedes mal, wenn die Kniescheibe rausspringt, wird der Knorpel geschädigt. Und der Knorpel heilt nicht wieder. Über kurz oder lang hat man dann schlimme Arthrose im Knie, extreme Schmerzen und dann ist es eben aus für das Gelenk. Darum sollte man bereits in jungen Jahren schauen, dass alles passt. Lass auch schauen, ob du evtl extreme X- oder O-Beine hast, sowas kann man auch korrigieren. Wäre ja ganz praktisch, das dann gleich zu machen, wenn man eh schon an dem Knie dran ist.

Schau auch, dass du nach der OP eine gute Reha bekommst, viel Krankengymnastik. Halte dich dran, was der Arzt und die Physiotherapie sagt.

Auch wenn es bei mir nicht hunderprozentig geklappt hat, ich würde es wieder machen lassen und kann es auch jedem empfehlen, denn es geht darum, das Knie auf lange Hinsicht für die Zukunft zu erhalten.

Hallo Leeo12 - Darf ich mal fragen ob der genannte Orthopäde zufällig in Meerbusch ist ? 🙈