Süchtigen fallen lassen um ihm zu helfen?
Würde gerne Erfahrungen von Leuten hören, die mit suchtkranken Leuten zu tun haben.
Damit ihr euch ein Bild machen könnt, eine kleiner Einblick in meine Situation.
Mein Vater war früher schwer abhängig von Koks. Als er erfuhr, dass ich unterwegs bin, hörte er auf. Allerdings fing er mit Alkohol und kiffen an. Und das macht er heute noch, 20 Jahre später. Sein Alltag: Aufstehen, kippe und Kaffee, sich übergeben, auf die Arbeit. Nach der Arbeit zur nächsten Tankstelle, 2-3 Jäger. Daheim locker ein halben Kasten Bier, 4-5 Tüten.
Er ist 1,89 und hat wenn überhaupt noch 65-70 kg und bei seiner Statur wären 85-90 normal. Zudem hat er bereits 4 Herzanfälle, Bypass und scharfe Medikamente.
Wie er diese schwere Arbeit in seinen körperlichem Zustand überhaupt noch ausüben kann, ist mir schleierhaft. Zumal ich glaube, das Hirn immer mehr nachlässt. Er vergisst permanent etwas, wiederholt sich andauernd, wir hatten sogar bereits eine Diskussion darüber dass ich seiner Meinung nach erst 18 bin obwohl ich 20 bin. Und spricht man ihn darauf an, ne stimmt net, is net, ihr seid alle gegen mich oder er versucht es zu verharmlosen.
Ich kann mir das nicht mehr mit ansehen. Ich weiß nicht was ich machen soll. Mir wurde gesagt, ich solle mich abwenden. Er muss fallen, erst dann wird er was verändern. Er ist aber so stur, ich weiß nicht ob dass der richtige Weg ist.
Hat jemand Rat?
4 Antworten
Ich frag mich ja ehrlich wie er sich das leisten kann o.0 Aber ich würde mal vorsichtig sagen dass hier eher der richtige Weg wäre, dass du ihn dabei unterstützt eine Therapie zu starten.. oder vielleicht diese sogar mit machst um euer Verhältnis wieder zu bessern..
ich glaub halt ehrlich gesagt, dass weder du das hinbiegen kannst, noch er alleine.. auch wenn du ihn jetzt "fallen lässt". Solche "Seelenklempter" wie dein dad sie nennt sind halt geschult im Umgang mit solchen Leuten und haben auch schon Erfahrung.. Irgendwie solltest du versuchen ihn dazu zu bringen (also meiner meinung nach)
Bin da der gleichen Meinung.
Als Angehöriger bist Du eine Bezugsperson und somit ein Helfer. Wenn seine Leute ihn allein lassen, und er den Halt verliert aus seinem bisherigen Leben, wird er merken, das etwas nicht stimmt. Das ist die Ausgangssituation für eine Behandlung.
Bei meiner Mutter war das so, als ich klein war. Als das Amt mich ihr wegnahm, und ich in eine Pflegefamilie kam, war das für sie ein Impuls für den Entzug. Der war stationär im Krankenhaus. Und anschließend Reha für ein paar Monate.
Ich finde du solltest mit einem suchtberater darüber sprechen. Die können dir am ehesten und auf diesen speziellen fall bezogen helfen.
Das wäre auch mein Rat gewesen und wenn überhaupt, ist das der einzige Weg, um ihn vielleicht zu überzeugen. Aber leider gibt es gerade unter den alkoholkranken Männern solche Typen, die vorgeben, dass sie zu den ganz Harten gehören. Als ich das mit Seelenklempner las, da wusste ich, dass auch er dazu gehört.
Für diese Typen ist es unvorstellbar, dass sie auch nüchtern leben könnten und schon gar nicht, würde man sie in eine Therapie bekommen. Du kannst es versuchen, aber mache Dir keine großen Hoffnungen. Das sind Typen, die irgend wie Cowboy mäßig drauf sind wie, "in den Stiefeln sterben" u. s. w.. Das heißt, dass sie sich für nichts und niemanden ändern würden. Wo Andere spätestens bei den ersten Erkrankungen die Reißleine ziehen, da sieht man bei ihm, dass das gar nicht in Frage kommt.
Na ja, es gibt eben auch solche Leute.
Dein Vater wird sich weder für Dich noch für andere Personen ändern, wenn er selbst es nicht will.
Um besser mit der Situation umzugehen, solltest Du diesen Beitrag lesen https://de.wikipedia.org/wiki/Co-Abh%C3%A4ngigkeit und ggfs. mit Hilfe einer Beratungsstelle Strategien zum besseren emotionalen Umgang mit dem Vater-Problem entwickeln.
Nja, er verdient gut. Eine Therapie hatte ich auch schon im Sinne. Allerdings ging er bei der Idee dermaßen an die Decke. "Sch.. Seelenklempner, brauch niemand.."